
30. März 2009 | 4,679 Direktaufrufe |
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Martin Schulz hat mit der Süddeutschen auch über die Zukunft des Vertrags von Lissabon in Tschechien, aber insbesondere die aktuell problematische tschechische EU-Ratspräsidentschaft geführt:
Das Problem ist derzeit vielmehr: Topolanek versteht seine Rolle falsch. Wie alle seine Vorgänger hat sich zum Beispiel auch Sarkozy, der nicht gerade unter Minderwertigkeitskomplexen leidet, als Vertreter der Ratspräsidentschaft Frankreich gesehen und nicht als Staatspräsident von Europa.
Topolanek dagegen versteht den Vorsitz als persönliche Angelegenheit. Anders sind die Attacken gegen Obama nicht zu erklären. Hier wurde deutlich: Es ist ein Verbündeter Bushs, der spricht.
Das vollständige Interview ist zu lesen unter der
Quelle:
SüddeutscheThema:
EU-Ausland,
Rat der Europ. Union,
Tschechien,
Vertrag von Lissabon

24. März 2009 | 4,991 Direktaufrufe |
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Gegen die Mitte-rechts-Regierung von Ministerpräsident Mirek Topolanek, die derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, stimmten am Dienstag in Prag 101 der 200 Abgeordneten. Entscheidend war, dass vier unabhängige Abgeordnete, die aus der Regierungskoalition ausgetreten waren, dem Misstrauensantrag der Opposition zustimmten. Die Regierung muss nun zurücktreten, allerdings sieht die Verfassung hierfür keine Frist vor.
Möglicherweise wird Topolanek jedoch geschäftsführend im Amt bleiben, um die EU-Ratspräsidentschaft nicht zu gefährden.
Tschechien hält die EU-Ratspräsidentschaft noch bis zum 30. Juni, bevor Schweden sie übernimmt. Topolaneks Sturz könnte Auswirkungen auf die Ratifizierung des EU-Reformvertrags in Tschechien haben. Der Lissabon-Vertrag liegt derzeit dem konservativ geprägten Senat zur Abstimmung vor, die dortigen Vertreter von Topolaneks Bürgerpartei ODS gelten überwiegend als EU-kritisch. Kommentatoren und Diplomaten in Prag spekulieren, dass der Senat den EU-Reformvertrag kippen könnte, wenn die ODS-Senatoren sich nach einer Demontage Topolaneks nicht mehr an die Parteilinie gebunden fühlen.
Auswirkungen auf den Ratifikationsprozess erwarte ich persönlich dagegen nicht.
Quelle:
Das Journal,
Die Welt,
SüddeutscheThema:
Rat der Europ. Union,
Tschechien,
Vertrag von Lissabon